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Presse

Auf Einladung des IfM - Institut für Management sprach die profilierte Außenpolitikerin Dr. Benita Ferrero-Waldner kürzlich in der Bibliothek von Schloss Leopoldskron zum Thema "Hat Europa eine Zukunft?"

Die bekennende Europäerin und Kosmopolitin fand klare Worte: Richtungsweisend werden eine Restrukturierung der EU-Organisationen und neue Spielregeln sein. Mehrheitsbeschlüsse und eine schlankere Kommission mit fixen Mitgliedsstaaten (etwa Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen) sowie zehn auf Zeit bestimmten - ähnlich den Vereinten Nationen - könnten für mehr Schlagkraft und Veränderung sorgen. "Am Haus Europa muss weiter gebaut werden", so Ferrero-Waldner besonders im Hinblick auf die kommenden EU-Wahlen im Mai.

Abgerundet wurde der Abend mit ganz persönlichen Erinnerungen aus ihrer Zeit als Außenministerin und EU-Kommissarin. Ferrero-Waldner hatte nur kurz Bedenkzeit als sie von ÖVP Bundesparteiobmann Dr. Wolfgang Schüssel gefragt wurde, ob sie seine Nachfolgerin werden wolle unter ihm als Bundeskanzler. Die sog. "Sanktionen" seitens der EU gestalteten sich gleich zu Beginn der Regierung Schüssel als ganz besondere Herausforderung für die Außenministerin. Manchmal gehört in der Diplomatie neben Charme auch dicke Haut dazu, wenn langjährige politische Wegbegleiter einem plötzlich aus dem Weg gehen oder den Handschlag meiden. Nur wenige europäische Ministerkollegen trauten sich anfangs Stil und Umgangsformen zu wahren. 

Nach ihrer Kandidatur zur Bundespräsidentschaft und knappen Niederlage verließ Ferrero-Waldner Österreich durch die "große Türe" als EU-Kommissarin in Brüssel. Seit 2010 ist die mit einem emeritierten, spanischen Universitätsprofessor verheiratete Ferrero-Waldner Mitglied in namhaften Aufsichtsräten und als Referetin tätig. "In Salzburg kommt man eher selten in den Genuss von Ausführungen der Grande Dame der Außenpolitik und daher freut es mich ganz besonders, dass dieser exklusive Abend am IfM stattfindet", resümiert GF Wolfgang Reiger.